ADD/ADHD, ADS/ADS+H

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder die Hyperaktivität ADD/ADHD oder ADS/ADS+H - Das Zappelphilippsyndrom und die Tagträumer

 

ADD steht für das englische "Attention-Deficit-Disorder" und bezeichnet im Kern eine neurobiologische Störung, welche durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, Störungen der Impulskontrolle sowie fakultativ motorischer Hyperaktivität bzw. Unruhe gekennzeichnet ist.

 

Vor allem eine unbehandelte ADD (mit Hyperaktivität: ADHD) kann störendes Verhalten in Schule, Familie und Freizeit, starke Verträumtheit, Entwicklungs- und Lernstörungen, in einigen Fällen auch delinquentes Verhalten und später auch Drogensucht, Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen hervorrufen.

 

ADD, eine obligat im Kindesalter beginnende Verhaltens- und Lernstörung, wurde bereits im letzten Jahrhundert vom Frankfurter Psychiater Dr. H. Hoffmann im berühmten "Struwwelpeter" beschrieben. Der englische Kinderarzt Still hat zu Beginn dieses Jahrhunderts dieses Störungsbild erstmals wissenschaftlich beschrieben: Nicht eine schlechte Erziehung oder ungünstige Umweltbedingungen wären für diese Störung verantwortlich, sondern eine angeborene Konstitution.

 

Heute gilt ADD (vor allem in den USA) als eine sehr gut erforschte Krankheit und stellt eine etablierte Diagnose dar. Der Beginn der rechts genannten Symptome liegt im früheren Kindesalter. Die Symptome müssen über mindestens sechs Monate hinweg anhalten und die relevanten Probleme müssen sich in unterschiedlichen Lebensbereichen (Kindergarten, Schule, Freizeit, zu Hause oder am Arbeitsplatz) manifestieren.

 

Neue Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei Mädchen ADD-Symptome sich erst ab der Pubertät entwickeln können. Je nach Ausprägungsart der Störung unterscheidet DSM IV zwischen dem Vollbild oder einer Teilstörungen mit vorwiegender Aufmerksamkeitsproblematik (ADD) bzw. Hyperaktivität/Impulsivität (ADHD).

 

Verlauf: Lange wurde die ADHD als eine auf das Kindesalter beschränkte Entwicklungsstörung höherer Hirnfunktionen betrachtet. Es zeigt sich aber, dass auch Erwachsene in ca. 50 % aller Fälle unter dieser Störung weiter leiden können. Die hyperkinetische Symptomatik verschwindet zwar häufig, die Aufmerksamkeitsprobleme (Zerstreutheit, Planungsprobleme, Stimmungsschwankungen) hingegen halten an. Diese ADD-Symptome können andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen hervorrufen oder mit ihnen einhergehen.

 

Bei Jugendlichen ist das Auftreten von Dissozialität und Kriminalität möglich. Viele ADD-Betroffene hingegen sind sehr kreative, spontane, intelligente und originelle Persönlichkeiten. Als Ursache für die ADD bzw. ADHD (mit Hyperaktivität) wird heute eine genetisch bedingte neurobiologische Funktionsstörung im Bereich derjenigen Hirnabschnitte angenommen, welche übergeordnete Steuerungs- und Koordinationsaufgaben in der lnformationsverarbeitung des Gehirns übernehmen.

Diese Störung der Koordinationsaufgaben kann aber auch durch eine neurologische Dysorganisation ausgelöst werden, deren Ursache eine funktionelle d.h. behandelbare Störung der Informationsverarbeitung im Gehirn ist.

 

Diese neurologische Dysorganisation kann z.B. mit der Sunflower-Therapie© und der L.E.A.P®-Therapie behandelt werden. Die sensomotorische Integrationsstörung bewirkt, dass das Gehirn unwichtige innere und äussere Reize schlecht ausfiltern kann (chronische Reizüberflutung) und führt schliesslich zu den bekannten Symptomen wie u.a. Ablenkbarkeit und Zappeligkeit. Neuere bildgebende Untersuchungen des Gehirns von ADD-Betroffenen zeigen eine mangelnde Aktivität und Dysregulation in gewissen Bereichen der Neurotransmittersysteme von Dopamin und Noradrenalin. Dies wiederum erklärt die seit vielen Jahren bekannte, in manchen Fällen positive Wirkung der medikamentösen Therapie mit Stimulantien. Diese verstärken diskret die neuronale Aktivität und verbessern dadurch die Filterfunktionen des Gehirns.

 

Die Diagnose wird durch die Erhebung der persönlichen und familiären Lebensgeschichte und die Verwendung strukturierter Fragebogen vor allem klinisch gestellt. Eine ärztliche Untersuchung muss das Vorliegen von anderen Erkrankungen, welche für das Störungsbild verantwortlich sein könnten (z.B. Epilepsie), ausschliessen. Bei Bedarf werden Aufmerksamkeitstests sowie eine neurologische Untersuchung durchgeführt.

 

Eine entwicklungs- bzw. schulpsychologische und neuromotorische Untersuchung lässt die häufig begleitenden Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) und eine eventuell vorhandene leichte cerebrale Bewegungsstörung erkennen. Therapie: Die Basisbehandlung sollte durch die Sunflower / L.E.A.P®-Therapie erfolgen, da dadurch alle möglichen behandelbaren Ursachen aufgefunden und beseitigt werden können. Sollte diese Behandlung, die nie Schaden anrichtet, keinen befriedigenden Erfolg zeigen, ist die Medikation mit Stimulantien (z.B.: Ritalin) angezeigt. Immer wird die Behandlung von einer Verhaltenstherapie begleitet. Diese in den meisten Fällen nebenwirkungsfreie Therapie kann sowohl im Kindes-, wie auch im Erwachsenenalter eingesetzt werden.

 

Das Ziel der ADD-Therapie besteht vor allem darin, dass Selbstwertgefühl der Betroffenen zu verbessern, dass vorhandene individuelle Potential besser auszuschöpfen und die oft mangelnden sozialen Kompetenzen aufzubauen. Die medikamentöse Behandlung muß sehr individuell abgestimmt werden und kann sich über mehrere Jahre erstrecken.

 

Diagnostische Kriterien für ADD/ADHD

  • Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit
  • Mühe mit Daueraufmerksamkeit
  • Schwierigkeit zuzuhören
  • Mühe mit Anleitungen und bei alltäglichen Verrichtungen
  • Organisationsschwierigkeiten
  • Mühe, sich länger geistig anzustrengen
  • Häufiges Verlieren und Verlegen
  • Leichte Ablenkbarkeit durch äussere Reize
  • im Alltag übermässig vergesslich

Kriterien der Hyperaktivität und Impulsivität (fakultativ)

  • Ständige Unruhe in Händen und Füßen
  • Mühe, ruhig sitzen zu bleiben
  • "Zappelphilipp" (bei Erwachsenen innere Unruhe)
  • Schwierigkeit, ruhig zu spielen
  • "Innerlich wie von einem Motor angetrieben"
  • Übermässiges Reden
  • Antworten bevor Frage vollständig gestellt wurde
  • Unmöglichkeit zu warten
  • Störendes Verhalten gegenüber anderen

 

 

Quelle: Dr. Gerhard Otto

 

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Arztpraxis Dr. med. Susanne Ehmer
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